Kryptowährung

Bargeldloses Bezahlen ist in der heutigen Zeit gang und gäbe. Mit Überweisungen, Kreditkarten und PayPal können schnell und einfach große Geldsummen verschoben werden. Das ist die Grundlage für unseren heutigen Lebensstil und vor allem auch für den reibungslosen Ablauf des Online-Shoppens entscheidend. Um den klassischen Problemen von Währungssystemen, zum Beispiel Inflation, entgegenzuwirken, wurde im Jahr 2009 das Kryptogeld Bitcoin erschaffen. Mit diesem ist es möglich, Transaktionen im Internet durchzuführen, die nicht an die Währung eines Staates gebunden ist. Was es genau mit Kryptowährungen auf sich hat, woher du sie bekommst und wie du sie nutzen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Die Ursprünge der Kryptowährung

Die Idee zu einer rein digitalen Währung wurde erstmals im Jahr 2008 bekannt. Satoshi Nakamoto veröffentlichte in diesem Jahr ein Whitepaper, in dem er sein Konzept für seine Kryptowährung darlegte. Wer genau sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbirgt, ist jedoch bis heute ungeklärt. Viele Personen haben die Identität im Laufe der Jahre für sich beansprucht, doch nach wie vor ist nicht geklärt, ob es sich dabei um eine Einzelperson oder eine ganze Personengruppe handelt. Das Whitepaper bezog sich vor allem auf die klassischen Probleme des Fiatgeldes. Eine Währung wird dann als Fiatgeld bezeichnet, wenn ihr kein eigener Wert zugrunde liegt und sie lediglich als Tauschmittel dient. Ein Fünf-Euro-Schein zum Beispiel besitzt einen deutlich niedrigeren Materialwert, als der Wert, der ihm aufgedruckt wurde. Grundsätzlich handelt es sich also bei jeder modernen Währung um Fiatgeld. Eine solche Währung kann aber nur dann funktionieren, wenn die Menschen der Zentralbank, die das Geld ausgibt, auch vertrauen können. Die Geschichte zeigt jedoch, dass das meist nur bedingt der Fall ist. Banken verleihen das Geld ihrer Kunden ständig weiter, wodurch große Kreditblasen entstehen. Platzen diese, wie es zum Beispiel im Verlauf der Weltwirtschaftskrise ab dem Jahr 2007 der Fall war, können Privatpersonen ihr Erspartes verlieren. Davor sollte die angekündigte Kryptowährung die Menschen schützen. Als Ziel setzte sich Nakamoto die Loslösung von den Zentralbanken. Anfang 2009 war es dann endlich so weit: Die ersten 50 Bitcoins wurden geschaffen und die Erfolgsgeschichte der digitalen Währung begann. Von Bitcoin hast du mit Sicherheit schon mal etwas gehört. Dabei handelt es sich nicht nur um die älteste, sondern auch um die wichtigste Kryptowährung überhaupt. Sie besitzt eine Marktkapitalisierung von über 70 Milliarden US-Dollar. Dennoch gibt es noch über 100 andere digitale Währungssysteme, darunter Ethereum Ripple Litecoin Dash Monero Alle Kryptowährungen zusammengerechnet besitzen einen Wert von etwa 140 Milliarden US-Dollar. Bitcoin macht also alleine bereits etwa die Hälfte des Wertes aus. Daher werden wir uns im Folgenden vor allem auf den Bitcoin beziehen.

Wie funktioniert Bitcoin?

Grundsätzlich basieren alle Geldgeschäfte auf drei Instanzen. Zwei dieser Instanzen schließen ein Geschäft miteinander ab, zum Beispiel einen Kauf. Sie legen einen Preis fest, den die erste Person als Bezahlung für einen Sachwert oder eine Dienstleistung an die zweite Person übergeben muss. Die dritte Instanz tritt als Zahlungsvermittler auf. Dabei handelt es sich meist um eine Bank. Um einen Kauf tätigen zu können, musst du entweder Geld abheben oder eine Überweisung über deine Bank abschließen. Durch das Internet haben sich noch weitere Zahlungsmethoden ergeben, beispielsweise durch Online-Bezahldienste wie PayPal, die als dritte Instanz in Erscheinung treten. Diese dritte Instanz ist jedoch bei einem Geschäft mit Bitcoin nicht länger nötig. Die Nutzer können einen Betrag direkt an einen anderen Nutzer weiterleiten. Die technischen Details, die hinter dem Verfahren von Bitcoin stecken, sind sehr kompliziert und können nur von ausgebildeten Informatikern verstanden werden. Das Herz des Systems ist die sogenannte Blockchain, also die Blockkette. Dabei handelt es sich gewissermaßen um ein Bestandsbuch, in dem alle bisher mit Bitcoin getätigten Transaktionen gespeichert sind. So weiß das System genau, wer wie viele Bitcoins zur Verfügung hat. Hier sind auch alle Bitcoins gespeichert. Die Blockchain besteht aus einer Reihe von Datenblöcken. Hierin sind die Transaktionen zusammengefasst. Durch diese Blöcke können auch neue Bitcoins generiert werden. Man spricht hier vom sogenannten Mining, einem komplizierten Rechenprozess, von dem wir dir weiter unten noch eingehender berichten werden. Durch das Hinzufügen von Blöcken wächst die Kette immer weiter an. Derzeit umfasst sie etwa 136 GB an Informationen. Grundsätzlich muss sich jeder Nutzer ein sogenanntes Wallet einrichten. Dabei handelt es sich um eine Software, die gewissermaßen eine virtuelle Kreditkarte (eng. Wallet = Geldbeutel) darstellt. Hier kann der Nutzer seinen Kontostand einsehen und verwalten. Wenn du etwas mit Bitcoins bezahlst, wird dies auf der Blockchain vermerkt. Du verlierst dann die Rechte an den ausgegebenen Bitcoins und sie werden an deinen Geschäftspartner übergeben. Es gibt verschiedene Wallets, zwischen denen du wählen kannst. Alle verfügen über unterschiedliche Funktionen und Eigenschaften.

Wie kommst du an Bitcoins?

Hast du die nötigen Vorbereitungen getroffen, kann es auch schon losgehen. Was du jetzt noch benötigst, sind die Bitcoins selbst. Diese kannst du entweder kaufen oder durch das sogenannte Mining neu erschaffen. Wie bei allen Geldgeschäften steht auch beim Kauf von Bitcoins die Sicherheit an erster Stelle. Du solltest nur bei absolut seriösen Anbietern kaufen. In der Regel ist das gegeben, wenn du sie an einer Bitcoin-Börse kaufst. Zusätzlich macht es Sinn, einzelne Portale miteinander zu vergleichen, um Gebühren einzusparen. Zu den wichtigsten Bitcoin-Börsen gehören Bitcoin.de Bitcoinkaufen.eu Kraken.com Du kannst auch Bitcoins von Privatpersonen erwerben, die sie selbst minen. Hier spielt jedoch Vertrauen eine große Rolle, da es immer wieder Betrüger gibt, die mit gefälschtem Kryptogeld Handel treiben wollen. Wenn du von einer Privatperson kaufen möchtest, solltest du diese im besten Fall auch im echten Leben kennen. Der Kauf von privaten Händlern hat den Vorteil, dass keine Gebühren erhoben werden. Ein Marktplatz, auf dem Privatpersonen in Kontakt kommen können ist zum Beispiel Localbitcoins.com. Die zweite Möglichkeit an Bitcoins zu kommen ist das Mining. Dabei erzeugt der Nutzer selbst neue Bitcoins. Hinter dem Mining steckt ein komplizierter Rechenprozess. Einfach gesagt, entschlüsselt der Miner Blöcke mit Bitcoins, wodurch diese erschaffen werden. Dafür ist jedoch eine hohe Rechnerleistung notwendig, vor allem die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte spielt dabei eine entscheidende Rolle. Dies notwendigen Ressourcen sind so hoch, dass ältere Computer dabei schnell an ihre Grenzen stoßen. Um dieses Problem zu umgehen, gibt es sogenannte Mining-Pools. Hier schließen sich mehrere Rechner zusammen und teilen so die Kapazitäten auf. Am Ende erhält jeder Nutzer seinen Anteil an den erstellten Bitcoins. Übrigens gibt es keine unbegrenzte Anzahl an Bitcoins. Die Anzahl aller verfügbaren Bitcoins wurde von den Entwicklern auf 21 Millionen begrenzt. Allerdings kann jeder Bitcoin wiederum in 100 Millionen Untereinheiten, den sogenannten Satoshis, aufgespalten werden.

Wo kannst du mit Bitcoins bezahlen?

Das Bitcoin-Netzwerk ist noch relativ jung, was dazu führt, dass die Annahme von Bitcoins sich noch nicht überall durchgesetzt hat. Dennoch gibt es zahlreiche Online-Shops, in denen du direkt per Bitcoin-Wallet bezahlen kannst. Im Internet findest du außerdem die sogenannte Coinmap, die eine Vielzahl von Stores, Restaurants und Supermärkten zeigt, in denen du mit der Kryptowährung bezahlen kannst. Du wirst sehen, dass Bitcoin besonders in größeren Städten schon von vielen Händlern akzeptiert wird. Wenn du zum Beispiel in einem Restaurant mit Bitcoins bezahlen möchtest, solltest du die Wallet-App auf jeden Fall auch auf deinem Smartphone installieren.

Kryptowährung als Anlagestrategie

Wie jede andere Währung auch, lässt sich auch bei Kryptowährungen ein Kursverlauf ermitteln. Dieser zeigt, wie viel Bitcoins du zu einem bestimmten Zeitpunkt für einen US-Dollar erwerben kannst. Während der Kurs zunächst nur inoffiziell geführt wurde und unter einem Dollar lag, wurden ab 2010 ein offizieller Wechselkurs ausgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt bewegte er sich im einstelligen Dollarbereich. Seitdem stieg er, abgesehen von kurzfristigen Korrekturen, immer weiter an und erreichte im November 2013 erstmals auf die 1.000 Dollar Grenze. Bis zum Oktober 2017 konnte sich der Wert der Kryptowährung sogar noch versechsfachen. Wer also ein Bitcoinbesitzer der ersten Stunde ist, konnte damit schon richtig Kohle machen. Doch lohnt sich eine Investition in Bitcoin grundsätzlich als Anlagestrategie? Auf den ersten Blick sieht Bitcoin wie eine erfolgsversprechende Geldanlage aus. Nach dem Motto „wer lange genug wartet, wird schon Geld verdienen“ kaufen viele Anleger Bitcoins. Das Problem beim Bitcoin ist aber, dass es sich dabei um eine recht wechselhafte Anlage handelt. Kurzfristige Gewinne sind ebenso möglich wie hohe Kursverluste innerhalb kurzer Zeit. Der zukünftige Kurs wird vor allem von der öffentlichen Wahrnehmung beeinflusst. Als zum Beispiel das chinesische Google-Pendant bekanntgab, zukünftig Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, stieg der Kurs über Nacht rasant an. Genauso können aber gesellschaftliche Phänomene den Preis wieder zum Einsturz bringen. Das liegt daran, dass Bitcoin eine sehr junge Währung ist, die noch ihren Platz in der Finanzwelt sucht. Als Anleger kannst du dich natürlich ärgern, dass du nicht bereits vor ein paar Jahren in Bitcoin investiert hast. Dann könntest du jetzt satte Gewinne einstreichen. Doch auch jetzt kann sich eine Investition in Kryptowährungen durchaus lohnen. Du solltest sie jedoch nur wählen, wenn du bereit bist, Risiken einzugehen. Denn wie gesagt, der künftige Trend von Bitcoin lässt sich nur schwer voraussagen. Auch die Investition in eine andere digitale Währung kann durchaus Sinn machen. Hier sind die Kurse noch nicht so hoch, bei einigen Währungen liegen sie sogar unter einem Dollar. Mit Kryptogeld kannst du dein Portfolio also durchaus aufbessern. Wie bei anderen Anlagestrategien auch, solltest du die Kurse jedoch ständig beobachten und dich an Expertentipps halten. So findest du den besten Zeitpunkt zum Kauf und Verkauf.

Kryptowährung als Krisenschutz?

Nummer eins der Krisenwährungen ist Gold. Immer dann, wenn Krisen und Inflation den Geldbeutel bedrohen, steigt der Edelmetallkurs, weil sich viele Menschen in den sicheren Goldhafen flüchten. Das könnte sich bald ändern, denn auch Kryptowährungen bieten durchaus Potential als Krisenschutz. Dies liegt vor allem daran, dass sie inflationsgeschützt sind. Bei der Inflation handelt es sich um ein volkswirtschaftliches Phänomen, bei dem die Kaufkraft einer Währung sinkt. Bis zu einem gewissen Grad ist das gut, da so gewährleistet wird, dass die Menschen ihr Geld ausgeben, was wiederum die Wirtschaft ankurbelt. In Krisenzeiten steigt die Inflation jedoch oft auf ein ungesundes Level, zum Beispiel nach dem Ersten Weltkrieg, als ein Laib Brot plötzlich mehrere Millionen Mark kostete. Der Staat ist genötigt, mehr und mehr neue Banknoten zu drucken. Die Geldmenge steigt. Das kann bei Bitcoin nicht passieren. Da hier die Gesamtgeldmenge bereits festgeschrieben ist und neue Bitcoins nur in einem bestimmten Zeitrahmen hergestellt werden können, ist die Währung absolut inflationssicher. Als reiner Krisenschutz ist der Bitcoin dennoch mit Vorsicht zu betrachten. Das liegt an der bereits erwähnten Unsicherheit, von der die digitale Währung bislang geprägt ist. Keiner kann vorhersehen, wie sich der Kurs in Zukunft entwickeln wird. Auch vorsichtige Anleger, die gerne langfristig ihr Portfolio absichern möchten, könnten so Geld verlieren. Wenn sich Bitcoin auch in Zukunft weiterhin etablieren kann, stellt er eine echte Alternative als Krisenwährung dar.

Raus aus dem System – Bitcoin als alternatives Zahlungssystem

In der Gesellschaft werden Bitcoins oft als etwas Negatives dargestellt. Immer wieder hört man, wie Unwissende gepflegtes Halbwissen verbreiten. Häufig thematisiert wird dabei die Tatsache, dass sich mit Bitcoins Drogen im Darknet kaufen lassen. Das liegt vor allem an dem Online-Marktplatz „Silk Road“, der im Jahr 2013 von US-Bundesbehörden geschlossen wurde. Auf diesem konnten Nutzer Drogen, Waffen und illegale Dienstleistungen kaufen. Drei Mal darfst du raten, welche Währung dort im Umlauf war. Richtig, Bitcoin. Wie bei vielen anderen Dingen auch, gibt es aber auch hier nicht nur Schwarz und Weiß. Natürlich kannst du mit Bitcoins Drogen kaufen, doch mit welcher anderen Währung ist dies nicht möglich? Die Idee, die hinter den Bitcoins steckt, ist eine viel noblere. Sie soll dem Nutzer helfen, sich von Banken loszulösen und schnell und einfach Geschäfte direkt mit einem anderen Nutzer abzuwickeln. Wir haben dir schon gezeigt, dass bereits viele Unternehmen bereit sind, Zahlungen mit Bitcoins zu akzeptieren. Je weiter sich die Idee hinter den Kryptowährungen verbreitet, desto mehr Shops, Restaurants und Geschäfte werden sich anschließen, was wiederum dem Nutzer zugutekommt. Das Tolle am Bitcoin-System ist, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann, sei es als Miner, der neue Bitcoins schafft, als Node, der die Gültigkeit der Blockchain überprüft, oder als einfacher Nutzer, der mit Bitcoins handelt und die Währung dadurch in die Welt trägt. Mit ein paar Mausklicks kannst du Teil dieser Gemeinschaft werden.

Fazit: Vor- und Nachteile der Kryptowährung

Die Entwickler der Bitcoin priesen ihre digitale Währung als Geld der Zukunft an. Und tatsächlich bietet das digitale Geld viele Vorteile im Gegensatz zu konventionellen Währungen. Wie unsere Tabelle zeigt, hat Bitcoin aber auch einige Nachteile: Obwohl das System noch nicht zu 100 Prozent ausgereift ist, so ist es dennoch zukunftsträchtig. Eine besondere Rolle nimmt natürlich die Unabhängigkeit von den Kontrollinstanzen des Staates ein. Je ausgereifter dabei die Technik wird, desto weniger Fehler treten auf, was die Kryptowährung weiter in der Gesellschaft etablieren wird. Dadurch ergeben sich immer mehr Möglichkeiten vor allem in Bezug auf die Themen Anlagestrategie und Krisenwährung.